Der neue Mieter
von Eugène Ionesco
«Der neue Mieter» ist ein wenig bekanntes Stück des französischen Schriftstelleres rumänischer
Herkunft Eugène Ionesco (1912 bis 1994), dem Aushängeschild des absurden Theaters. Die Ausgangslage ist einfach: ein Mann zieht in eine Wohnung in Paris. Er trifft die Concierge, die ihn mit ihrem Hang zum Gerede belästigt.
Währenddessen liefern Möbelpacker das ganze Eigentum des Mieters. In einem bedrückenden Ballett verstellen sie das Zimmer nach und nach mit verschiedenen Objekten, bis die ganze Stadt durch die Masse an Exponaten erdrückt wird.
Man findet im Stück alle Themen, die Ionesco etwas bedeuteten –
der Kontrast zwischen Leere und Fülle, Überlastung, Überreizung. Diese Geschichte ist sehr aktuell, in Anbetracht unserer leidenschaftlichen Anhäufung verschiedenster Güter in unserer Konsumgesellschaft. Unsere
Intimsphäre wird immer kleiner durch unsere materialistischen Süchte, Bedürfnisse. Wir werden immer mehr eingenommen von den Objekten und Abfällen, die wir produzieren und den Raum in und um uns füllen und schwerfällig machen.